Ort:   Rathaus Bern
Datum:   Samstag 9. November 2019 / 09:15 - 16:00 Uhr

Gemeinsame Werte und klare, dezentrale Strukturen anstatt einseitiger Machtkonzentration - Wie wir uns in Organisationen frei entfalten und mehr mitbestimmen können

Tobias Leugger

Mittels der Methodik der Soziokratie können einseitige Machtverhältnisse und Hierarchien aufgelöst werden, indem jeder Teilnehmer eine gleichwertige Stimme im gesamten Entscheidungsprozess bekommt.

Soziokratie bietet uns klare Strukturen und Hilfsmittel, die uns unterstützen, als gleichwertige Personen ein Projekt zu führen und gemeinsam, effektiv auf ein Ziel hinzu zu arbeiten.

Die Soziokratie bringt uns näher zusammen.

In der Soziokratie werden jene Entscheidungen herauskristallisiert, bei denen alle nichts dagegen haben. In der Konsensentscheidung versuchen wir, eine gemeinsame Überlappung unserer Toleranzbereiche zu finden. So, dass wir alle sagen können: „Doch, damit kann ich leben. Ich selber würde es vielleicht anders machen, aber damit kann ich leben. Ich habe keinen Einwand. Und wenn ich einen Einwand habe, dann bin ich mitverantwortlich, diesen zu integrieren. Ich bin also mitverantwortlich, zusammen mit der Gruppe eine Lösung zu finden, wie bei meinem Einwand ein Vorschlag eingearbeitet werden kann, um somit diesen Einwand auszuschalten“. Hierarchische Strukturen beginnen sich aufzulösen, denn alle Beteiligten werden miteinbezogen. Und so gehe ich frühzeitig auf Menschen zu und versuche zu verstehen.

Man muss auf die Beteiligten mit ihren Bedürfnissen zukommen. Wie müssen zusammen besprechen, was wir eigentlich erreichen wollen. Der Zugriff auf Information muss völlig transparent sein. Eine Einschränkung des Informationsflusses hat unterschiedliche Machtverhältnisse zur Folge. Alle Grundlagen für Entscheide machen wir zugänglich. So kann sich jeder ein eigenes Bild machen und mitdiskutieren.

Die Kreiskonversation, in der sich jeder nacheinander einbringen kann, ist eine gute Methode, bei der jeder lernt, auch zuzuhören und jeder der wenig spricht, kann sich im gleichen Umfang äussern, wie andere, die sonst eher viel sprechen.